Kurze Antwort: Ja, du kannst eine Website mit KI erstellen. Aber nur weil es geht, heißt das nicht, dass es eine gute Idee ist. In diesem Artikel erkläre ich dir, warum ich dir davon abrate, und zeige dir gleichzeitig, wie du KI sinnvoll einsetzen kannst, ohne dir dabei ins eigene Knie zu schießen.
„Ich hab die Website mit KI erstellt, aber ich brauche noch zwei Unterseiten“
So kam eine potenzielle Kundin auf mich zu. Sie hatte ihren Onlineshop komplett selbst gebaut, mit KI als Unterstützung. Theme, Pagebuilder, Farbauswahl, alles selbst entschieden. Für Dinge, die sie im Pagebuilder nicht direkt einstellen konnte, hatte sie sich CSS-Code von einer KI generieren lassen und einfach eingebunden.
Auf den ersten Blick wirkte die Seite solide.
Aber zwei weitere Unterseiten wollte sie nicht mehr selbst erstellen. Warum? Weil es trotz KI-Unterstützung ein ewiges Hin und Her war. Jede Entscheidung hat Zeit gekostet. Und da sie keine Webdesign-Expertise hat, konnte sie viele Entscheidungen gar nicht wirklich fundiert treffen. Sie hat sich auf die KI verlassen oder nach Bauchgefühl entschieden.
Das ist das erste Problem: Eine Website mit KI zu erstellen spart nicht automatisch Zeit. Oft kostet es sogar mehr davon.
KI sieht nicht das große Ganze
KI ist immer nur so gut wie der Input, den du ihr gibst. Wenn du nicht weißt, welche Fragen du stellen musst, bekommst du Antworten, die technisch korrekt sind, aber am eigentlichen Ziel vorbeigehen.
Ein Beispiel: Du sagst der KI, sie soll die Buttons deiner Website in Pastellrosa gestalten, mit weißer Schrift. Die KI liefert dir funktionierenden Code. Aber ist das barrierefrei? Nein, mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht. Barrierefreiheit bedeutet unter anderem, dass Text und Hintergrund einen ausreichenden Farbkontrast haben, damit ihn auch Menschen mit Seheinschränkungen gut lesen können. Pastellrosa und Weiß erfüllen diesen Kontrast in der Regel nicht.
Die KI hat das nicht von sich aus angemerkt, weil du nicht danach gefragt hast. Und du hast nicht danach gefragt, weil du es schlicht nicht wusstest.
Genau das ist das Problem. Du kannst nur nach Dingen fragen, die du kennst. Alles andere fällt durchs Raster.
Du weißt nicht, wonach du schauen sollst
Zurück zur Kundin. Als ich ihre Website genauer angeschaut habe, fielen mir einige Dinge auf, die ich als Designerin anders gemacht hätte.
Zum Beispiel:
Kontrastfehler. Bestimmte Text-Hintergrund-Kombinationen hatten zu wenig Kontrast. Das ist nicht nur ein Designproblem, sondern ein Barrierefreiheitsproblem. Und es kann auch SEO-relevant sein (SEO steht für Suchmaschinenoptimierung, also wie gut deine Seite bei Google gefunden wird).
Mehrere H1-Überschriften. Auf einer Seite sollte es genau eine H1-Überschrift geben. Das ist die Hauptüberschrift, die Suchmaschinen als wichtigstes Signal lesen. Mehrere H1s verwirren Google und können dein Ranking verschlechtern.
Die Kundin wusste von beidem nichts. Also hatte sie die KI auch nie danach gefragt. Und die KI, die immer nur für einzelne Abschnitte der Seite zuständig war, hat es nicht angemerkt.
Das ist kein Vorwurf an sie. Sie ist keine Webdesignerin. Aber genau deshalb ist es riskant, eine komplette Website ohne Expertise nur mit KI-Hilfe aufzubauen: Du erkennst die Fehler nicht, die du machst.
Was es wirklich kostet, wenn hinterher jemand aufräumt
Viele denken, sie sparen Geld, wenn sie ihre Website selbst mit KI bauen. Und kurzfristig stimmt das vielleicht sogar.
Aber was passiert, wenn du hinterher feststellst, dass die Seite Barrierefreiheitsprobleme hat, die Ladezeit schlecht ist, weil unnötiger Code drin steckt, die Überschriftenstruktur durcheinander ist und das Ranking leidet, oder der Aufbau so individuell zusammengebastelt ist, dass kaum jemand anderes damit weiterarbeiten kann?
Dann zahlst du doppelt. Einmal deine eigene Zeit und einmal jemanden, der aufräumt.
Das ist nicht immer so, aber es passiert öfter, als man denkt.
Wo KI beim Erstellen einer Website wirklich hilft
Jetzt zur guten Seite. Denn ich nutze KI selbst regelmäßig bei der Arbeit an Websites. Nur eben anders.
- Texte und Inhalte vorbereiten: KI ist gut darin, Rohtexte zu erstellen, Ideen zu strukturieren oder Platzhaltertexte zu generieren. Das spart Zeit, die ich dann in Design und Technik stecke.
- CSS-Code generieren: Wenn ich einen spezifischen Style brauche, den ein Pagebuilder nicht direkt anbietet, lasse ich mir den Code von einer KI ausgeben. Ich weiß aber, was ich damit mache, und ich prüfe, ob der Code auch wirklich nur das tut, was ich will. Wenn mir KI ungefragt noch einen Hover-Effekt dazupackt, erkenne ich das und entferne es.
- Fehler debuggen: Wenn etwas nicht funktioniert, kann KI ein guter Sparringspartner sein, um Fehler zu finden. Vorausgesetzt, du kannst den Output einschätzen.
- Ideen und Struktur entwickeln: Für Konzeptarbeit, Sitemaps oder Content-Planung ist KI ein hilfreicher Assistent.
Der Unterschied zu dem, was die Kundin gemacht hat: Ich nutze KI als Werkzeug, nicht als Entscheidungsträger. Die Expertise, den Output zu prüfen und einzuordnen, kommt von mir.
Auch KI-Tools kosten Geld
Gerade schwärmen viele von Tools wie Claude Cowork oder ähnlichen KI-Assistenten, mit denen man angeblich ganz einfach Websites anpassen und Inhalte pflegen kann. Klingt verlockend.
Aber diese Tools sind nicht kostenlos. Wer sie ernsthaft nutzen will, braucht oft einen monatlichen Plan, der sich schnell auf 100 Euro oder meh im Monat summiert. Und das jeden Monat, solange du die Website hast.
Wenn du dir nicht sicher bist, was du tust, zahlst du also dauerhaft für ein Werkzeug, das du nur halb verstehst. Und du bist trotzdem nicht unabhängig, weil du ohne das Tool plötzlich wieder aufgeschmissen bist.
Eine einmalige Investition in eine professionell aufgebaute Website kann da auf lange Sicht günstiger sein, als viele denken.
Fazit: Website mit KI erstellen, ja oder nein?
Wenn du weißt, was du tust, ist KI ein tolles Hilfsmittel. Wenn du dir bei vielen Dingen unsicher bist und die KI als Lückenfüller für fehlendes Wissen nutzt, wird es früher oder später teuer.
Meine Empfehlung: Lass eine Expertin deine Website aufbauen oder zumindest konzipieren und technisch aufsetzen. Für Texte, kleine Anpassungen oder Ideen kannst du KI danach wunderbar einsetzen.
Du willst wissen, was eine professionelle Website für dich kosten würde oder wie eine Zusammenarbeit aussehen könnte? Dann melde dich gerne bei mir. Ich schaue mir deine Situation an und sage dir ehrlich, was Sinn ergibt: unverbindlichen Kennenlerncall buchen
Fragen und Antworten zum Thema Websites mit Künstlicher Intelligenz erstellen
Technisch ja, aber ohne Webdesign-Wissen wirst du Fehler machen, die du nicht erkennst.
Nicht automatisch. KI kann grundlegende Fehler machen, zum Beispiel bei der Überschriftenstruktur, wenn du nicht gezielt danach fragst.
Auch hier: nur wenn du explizit darauf achtest. Farbkontraste und Screenreader-Optimierung fallen sonst durchs Raster.
Ja, für Texte, einfache Codeänderungen oder Ideen ist KI ein gutes Hilfsmittel. Für strukturelle Entscheidungen eher nicht.
Das hängt vom Chaos ab. Im schlimmsten Fall ist ein Neuaufbau günstiger als Flickwerk.
Für einzelne Elemente wie Texte oder kleine Styles ja. Aber ohne Gesamtblick auf die Seite flickt KI nur an Symptomen, nicht an der Ursache.
Länger als die meisten denken. Das ewige Hin und Her mit Prompts, Trial and Error und nachträglichen Korrekturen frisst viel Zeit.
Für einfache Texte nicht. Sobald es um Code, Struktur oder Design geht, hilft Grundwissen aber enorm, weil du den Output sonst nicht einschätzen kannst.
Prinzipiell ja, aber gerade bei Shops gibt es viele technische und rechtliche Anforderungen, zum Beispiel bei Zahlungsabwicklung oder Datenschutz, die KI alleine nicht zuverlässig abdeckt.
Nicht automatisch. Generierter Code enthält oft unnötige Elemente, die die Ladezeit verschlechtern. Und eine langsame Website verliert Besucher und Google-Ranking.
Ja: Texte erstellen, Ideen entwickeln, Platzhalterinhalte generieren und einfache Code-Snippets. Das sind die Stärken von KI.
Als Assistent prüfst du jeden Output und triffst die Entscheidungen selbst. Als Websitebuilder überlässt du KI das Steuer, ohne zu wissen, wohin die Fahrt geht.
Nur wenn du weißt, was du damit machst. Monatliche Kosten für ein Tool, das du nur halb verstehst, summieren sich schnell, ohne dass deine Website dadurch wirklich besser wird.







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